Was ist die BAGüS?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) ist ein freiwilliger Zusammenschluss aller 23 überörtlichen Träger der Sozialhilfe in Deutschland.

Je nach Landesrecht sind überörtliche Träger der Sozialhilfe entweder die Bundesländer selbst oder höhere Kommunalverbände wie etwa die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR), der Landeswohlfahrtsverband Hessen oder der Kommunale Sozialverband Sachsen. Die Aufgaben dieser überörtlichen Sozialhilfeträger sind im Wesentlichen im Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt, vor allem im SGB XII und SGB IX.

  • Stärkung der Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderungen

    Trotz seiner schwierigen Mehrfachbehinderung lebt Marc Szymkowiak in seiner eigenen Wohnung in einem speziellen Apartmenthaus. Möglich ist das dank eines Konzepts, das stark angepasste Architektur mit modernster Haus- und Medizintechnik und einem sehr engen Miteinander zwischen Mietern, Pflege- und Betreuungspersonal verbindet. Ziel der BAGüS-Mitglieder ist es, Menschen mit Behinderung ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen – dazu gehört auch, statt in einem Heim in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Mittlerweile leben deshalb etwa 48 Prozent der Leistungsberechtigten mit ambulanter Unterstützung.

  • Wohnen in den eigenen vier Wänden

    Deutschlandweit unterstützen die Mitglieder der BAGüS über 187.000 Menschen mit Behinderung dabei, trotz ihrer Einschränkungen in den eigenen vier Wänden zu leben. In Paderborn zum Beispiel bereitet Bezugsbetreuer Martin Kleiber Menschen mit Behinderung in einer Wohngemeinschaft des Vereins „Mach mit“ über anderthalb Jahre hinweg darauf vor, den großen Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

     

     

  • Teilhabe am Arbeitsleben

    Arbeit gibt Selbstvertrauen und Anerkennung – auch und gerade Menschen mit Behinderungen. Mit Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) schaffen die BAGüS-Mitglieder daher einen geschützten Rahmen, in dem wesentlich behinderte Frauen und Männer einer geregelten Tätigkeit nachgehen – und dafür selbstverständlich auch entlohnt werden. Je nach deren individuellen Möglichkeiten reicht das Aufgabenspektrum dabei von einfachen Sortiertätigkeiten bis hin zu komplexeren Handwerksarbeiten. Für WfbM-Leistungen zahlen die BAGüS-Mitglieder jährlich rund 4,3 Milliarden Euro – das entspricht etwa 15.800 Euro pro Arbeitsplatz.

     

  • Teilhabe an Bildung

    Jasmin Katzberg (M.) ist gehörlos und studiert Soziale Arbeit an einer Fachhochschule. Den Vorlesungen kann sie dank ihrer Gebärdensprachdolmetscherin Julia Kühler (r.) folgen. Kommilitonin Esther König (l.) unterstützt sie durch Mitschriften. Beide Tätigkeiten fallen unter die Leistungen der Eingliederungshilfe, die von den BAGüS-Mitgliedern übernommen werden. 2016 waren das in Deutschland rund 16,5 Milliarden Euro (netto) für 895.000 Menschen.

     

     


  • Leistungen zum Leben in den eigenen vier Wänden (Ambulant Betreutes Wohnen), in teilstationären sowie in stationären Wohnformen

  • vorschulische Förderung, vor allem in integrativen und heilpädagogischen Kindergärten

  • Leistungen zur Schulbildung

  • Hilfen, um Menschen mit Behinderungen ein Studium zu ermöglichen oder zu erleichtern, etwa durch Tutoren für gehörlose oder Mobilitätshilfen für körperlich eingeschränkte Studenten

  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, vor allem in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und Leistungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im Rahmen von „Budgets für Arbeit“

  • Versorgung mit Hilfsmitteln, etwa Rollstühlen oder den jeweiligen Bedürfnissen angepassten Pkws

  • Pflege und Betreuung in teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen sowie ambulant, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen